Abschnitt 7 Alvord Hot Springs nach Denio (Junction), Nevada – Oregon Desert Trail

Tag 24: Alvord Hot Springs über Fields in die Pueblo Mountains

Nachdem wir in den letzten drei Tagen aus verschiedenen Gründen unsere geplanten Kilometer nicht geschafft haben, muss ein Schlachtplan her. Zur Debatte stehen:

a) Nachts um 3 aufstehen, um die 37,5 Kilometer von Alvord Hot Springs nach Fields bei 33 Grad ohne Schatten und Wasserquelle zu überstehen oder

b) In den sauren Apfel beißen und Kilometer entlang der Straße gegen Lebensqualität, Flexibilität und ein gutes Essen in Fields tauschen, indem wir die 37,5 Kilometer überspringen.

Die Entscheidung fällt uns nicht wirklich leicht, denn uns sind die sogenannten „connecting footsteps“ (also ununterbrochene Kilometer zu Fuß) sehr wichtig. Aber wir merken auch, wie uns Tage wie gestern ungeplant zurückwerfen. Und uns rennt langsam die Zeit weg. Also frage ich spontan unsere „Nachbarn“ im Bunker nebenan, ob sie zufällig nach Süden fahren und uns nach Fields mitnehmen können. Ohne großes Zögern sagen sie ja, obwohl ihre Route an sich noch gar nicht feststeht.

Am Morgen um 8 sind wir also auf dem Weg nach Fields, wo wir uns ein köstliches Frühstück und viele Kaltgetränke einverleiben. Als die Besitzerin der Fields Station (Tankstelle, Shop und Restaurant in einem) meine zerkratzten Beine sieht, fragt sie mich erschrocken, ob ich denn keine Gaiter habe. 

„Nein, und ich war ziemlich blöd, keine mitzubringen.“ 

„Willst du welche?“

„Hast du etwa welche?“, frage ich.

„Ich bin Multiday Runner“, sagt sie. „Klar.“

Nur ein paar Minuten später kommt sie mit einem Golfkart angefahren und packt Gaiters, ein paar neue Socken, Energygels und ein kleines Handtuch aus. Ich kann diese Hilfsbereitschaft kaum fassen. Geld dafür will sie nicht annehmen. Unfassbar! Ich habe wieder ein zweites Paar Socken und zumindest eine wenig Schutz gegen die teuflische Natur auf den Crosscountry-Abschnitten. Während wir noch relaxen, bietet uns die Familie vom Nebentisch die Reste ihrer Milchshakes an, die sie nicht geschafft haben. Ich sage natürlich nicht nein und mache mich über vier verschiedene Sorten her.

Um 14 Uhr machen wir uns schweren Herzens auf. Zumindest rund 16 Kilometer wollen wir noch machen, um mehr Zeit für die Pueblo Mountains zu haben. Es ist kochend heiß und jeder Schritt, egal ob Highway oder Hinterlandstraße, fällt uns schwer. Immerhin einen größeren Sagebrush finden wir, um uns im Schatten ein wenig runterzukühlen. Zwischendurch werden wir dann noch von ein paar etwas zu aufdringlichen Pferden eingekesselt und von deren Besitzer von der Wiese verwiesen. Unsere wohl etwas veraltete Route führte direkt über sein Grundstück.

Als es gegen 19 Uhr etwas kühler ist, bekommen wir neuen Elan, aber schlagen dann doch nach rund 17,5 Kilometern unsere Zelte im Herzen der Pueblo Mountains auf.

Tag 25: Pueblo Mountains zum Denio Creek

Ein kurzer Tag liegt vor uns – zumindest hoffen wir das mal wieder. Und die ersten 13 Kilometer sind auch vielversprechend, denn wir haben uns nach dem letzten Crosscountry-Terror dazu entschieden, einen Teil des Crosscountry-Abschnitts in den Pueblo Mountains durch eine Hinterlandstraße zu ersetzen. Die hört jedoch irgendwo im Nirgendwo auf und wir stehen wieder vor einer zugewachsen Landschaft aus scharfkantigem Sagebrush, Wildrosen und anderem Gestrüpp.

Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt auf rund einen bis anderthalb Kilometer pro Stunde. Und das liegt nicht mal (nur) daran, dass wir schon wieder fleißig am Steinesammeln sind. Thru-Hounding statt Thru-Hiking. Die Vulkanlandschaft Oregons ist nunmal ein Paradies für sogenanntes Rock Hounding und wir können dem Glitzern einfach nicht widerstehen.

Bei 33 Grad in der gleißenden Sonne bahnen wir uns den Weg des geringsten Widerstands durch hüfthohes dorniges Gestrüpp, Canyons und Klippen, aber Vorankommen ist das nicht. Alte Steinmännchen sollen hier bei der Orientierung helfen, aber wir sehen sie meist erst, wenn wir direkt davor stehen. In den 1980ern, als die Steinmännchen von der Desert Trail Association errichtet wurden, um Teile einer Wüstenroute von Mexiko nach Kanada zu schaffen, gab es sicher noch nicht so viel hohes Gestrüpp.

Am Ende schaffen wir in elf Stunden nur 25 Kilometer. Ernüchternd und für mich inzwischen auch besorgniserregend, denn so langsam werden die verbleibenden Tage knapp …

Die Nacht verbringen wir am Denio Creek. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann wir mal den Luxus hatten, an einem Flüsschen zu campen. Entsprechend wird ausgiebig im Wasser geplanscht und die Freiheit genossen, dass absolut niemand hier ist.

Tag 26: Denio Creek nach Denio (Junction), Nevada

Heute gibts ein Special: Dieser Tag wurde von Amazon dokumentiert. Viel Spaß beim Lesen ihrer Perspektive auf den Tag. I strongly recommend to enjoy it in the original version (english).

This morning we began our hike down to Denio with a climb uphill. We had had two hot coffees AND I mixed myself up an energy drink, so I was JAZZED. After passing over the highest point, we began our descent through the canyon. The road ended at an old mining cabin. They mined gold here, so we kept our eyes peeled for any forgotten nuggets! 

… we didn’t find any… but we DID find ONE lil’ pot of gold!! And Bandit found a bucket!

Inside the cabin, again, I got HELLA Texas Chainsaw vibes. When I find places like these, I NEVER go all the way inside… never put my body inside. The most I will put in is a hand or an arm, just to get pictures, but I really really do not like inserting my whole body into places like these. Mostly because I feel like I don’t belong there – both in time, but also I feel like I’m entering someone’s home without permission?… but I also don’t like putting my whole body in there because I feel like as soon as I do, one of the dudes from „The Hills Have Eyes“ is going to scream in my ear from behind and touch my neck or something heinous like that. So, just an arm is good for me.

We bushwhacked down the canyon, again through dense sagebrush and rose bushes. It was very beautiful, and very slow. The foxtail was absolutely a nightmare here – we could only get a few steps at a time before having to “defox our socks.” The foxtail was so dense, as we dragged our feet through it, the buds would clog themselves into our shoes and socks, and as they are verysharp and pokey, this was not exactly a sweet sensation.

[Note by Bandit being a smartass: it is actually cheatgrass, but we kept calling it foxtail since it is way more fun to defox the sox than to decheat them. 🤓]

We knew we were getting close to the road when we found the fenceline! We followed this aaaall the way down the hillside to the Denio Cemetery, where we joined with the road!

As we began our roadwalk to Denio, a car pulled over, and the dude started chatting with us. Turns out, the dude is actually THE dude who created the Oregon Desert Trail! His name is Brent, trail name Goat! Real cool guy, PLUS, he gave us a whole bag of cherries! The cherries did make it to Nevada, but they did NOT make it to the hotel.

We stopped at the post office to claim our many, many packages, and to send out the many pounds of rocks we have been carrying for the last couple hundred miles. We kind of moved in for an hour or two.

Then we hitched the rest of the way to Denio Junction, which is where we would spend the next night! 🙂 This was Bandit’s first truck bed hitch, so she was happy as a clam! I have had many a truck bed hitch in my days, and it truly never gets old!

Weiter zu Abschnitt 8: Denio (Junction) nach McDermitt, Nevada

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