Colorado Trail – Abschnitt 1: Waterton Canyon zum Kenosha Pass
Tag 1: Waterton Canyon zum South Platte River 4 Uhr morgens – ein kurzer Toilettengang und noch zwei Stunden zu schlafen. Zumindest in der Theorie. …

Tag 1: Waterton Canyon zum South Platte River 4 Uhr morgens – ein kurzer Toilettengang und noch zwei Stunden zu schlafen. Zumindest in der Theorie. …
Die letzte Etappe des Oregon Desert Trails ist atemberaubend. Felsformationen wie aus einer anderen Welt – und doch ist niemand außer uns hier. Versteckte Juwelen, wo immer wir hinsehen, bis zum Ende am Lake Owyhee State Park, zu dem wir schwimmen müssen.
Nach vier ungeplanten Tagen in McDermitt müssen wir die Etappe nach Rome Station anpassen. Auf uns wartet nun das Sahnestück des ODT: die Owyhee Canyonlands mit den Three Forks Hot Springs und spektakulären Ausblicken.
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwäche, Eiseskälte – der Abschnitt durch die Trout Creek Mountains fordert alles von mir. Auch die Einsicht, dass es ohne Arztbesuch im 110 Kilometer entfernten Winnemucca nicht weitergehen kann.
Da uns die letzte Etappe in unserem Plan um einiges zurückgeworfen hat, müssen wir kreativ werden. Wir tauschen kilometerweise Roadwalk gegen Lebensqualität und meistern die trügerischen Pueblo Mountains.
Mit Steens Mountain stellt sich uns die bis dahin größte Herausforderung auf dem ODT. Murmelgroße Hagelschauer, gefährlich steile Schneefelder und undurchdringliche Vegetation machen uns mürbe und lassen die eine oder andere Träne fließen.
Freud und Leid liegen auf dem vierten Abschnitt dicht beieinander. Während wir in natürlichen heißen Quellen baden können, müssen wir uns teilweise mit verseuchten Wasserquellen und heftigen Gewittern herumschlagen.
Aus Lakeview heraus ändert sich die Landschaft auf einmal dramatisch. Wir überqueren Schneefelder, furten rauschende Bäche, traversieren das aussichtsreiche Abert Rim – und stellen fest: die Mückensaison hat begonnen!
Auf unserem Weg Richtung Lakeview haben wir mit dem Timber Trail zum ersten Mal einen richtigen Pfad unter den Füßen. Der führt uns in ein altes Brandgebiet, zu einem alten Feuerwachturm – und kuscheligen Murmeltieren.
Wir erobern den Gipfel von Diablo Peak durch kratzige Büsche, weglose Hochwüste und endloses Sagebrush-Meer – aber mit dem Chevaucan River wartet nach vielen durstigen Kilometern endlich auch ein rauschender Fluss auf uns.