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Wilder Rheinsberger Rhin – mit dem Packraft paddeln

2–3 Minuten

„Bleibt bei der Hitze zu Hause!“
„Macht am besten gar nichts!“ – Das sind so die guten Ratschläge aus den Medien dieser Tage. Meines Erachtens die falsche Taktik, wenn man bedenkt, dass das wahrscheinlich Temperaturen sind, an die wir uns – auch in Deutschland – über kurz oder lange sowieso gewöhnen müssen. Also nix wie raus, den Rucksack voll mit Camping-Equipment und Booten bepackt und bei rund 37 Grad Celsius losgewandert. 13 Kilometer von Lindow zu unserer Einsatzstelle am Rheinsberger Rhin.

Erstmal durchs Gestrüpp

Die Wanderung ist – zugegeben – durchaus hitzig. Der Schweiß läuft. Vor allem, weil wir auch noch eine kleine Kühltasche mit Glasflaschen mitschleppen. Wer kühles Bierchen genießen will, muss halt leiden. Der Weg ist anfangs noch eine bequeme Schotterstraße, wird aber zusehends struppiger und spinniger. Die Mücken halten sich jedoch größtenteils in Grenzen.

Rheinsberger Rhin – willkommen im Dschungel

Und das sogar am Rheinsberger Rhin, wo wir endlich die superschwere Last vom Rücken nehmen und in die Packrafts laden können. Los geht’s auf den dschungeligen Bach, der viel Aufmerksamkeit dank unzähliger natürlicher Hindernisse über und unter Wasser verlangt. Ein Heidenspaß, wenn man sich drauf einlässt. Mit uns sind scharenweise Leihkayaks unterwegs, die immer mal wieder auf Sandbänken oder im Gebüsch hängen bleiben.

Unsere Packrafts sind zwar an sich langsamer, weil breiter und wir jeweils alleine gegen die Zweisitzer konkurrieren – aber durch die Wendigkeit überholen wir sie alle. Auch und vor allem zum Trotz derer, die der Ansicht waren, dass sie sich mit den „Schlauchbooten“ ja nicht auf den Rheinsberger Rhin trauen würden.

Fast hungrig ins Bett

Kurz nach 16 Uhr erreichen wir das Ende des Rheinsberger Rhins. Unser Plan, uns hier mit Räucherfisch fürs Abendessen einzudecken, geht nur zur Hälfte auf. Der Fischer hat nämlich eigentlich schon zu. Allerdings hat er ein Herz und verkauft uns noch fix zwei kalte Bierchen und eine Packung gefrorenen Räucherlachs!

Da es schon recht spät ist und wir bereits gut geschafft sind, beschließen wir, die Boote einfach ein Stück über die Landstraße zu tragen, statt eine Schleife übers Gewässer zum Lindower Rhin zu drehen. Weise Entscheidung, denn hinter uns ziehen unerwartet Gewitter auf. Also nehmen wir die Paddeln nochmal ordentlich in die Hand und sausen über die offenen Seen – Möllensee und Gudelacksee – direkt zu unserem Biwakplatz auf der Insel Werder.

Um 18.30 Uhr ist nach 32 Kilometern Feierabend … oder Feuerabend, denn dem Biwakplatz auf der Insel Werder darf man sogar ein Lagerfeuer machen. Und da direkt vor Ort ein paar große Boote ankern, stauben wir dann auch noch eine echte Thüringer Rostbratwurst ab. Das Gewitter lässt sich am Ende doch noch drei Stunden Zeit. Da liegen wir schon längst schwitzend im Zelt.

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